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Carola Ferstl im Interview mit Robert Schrödel










Pioneer Medical Devices AG
Die Mission von Robert Schrödel im Interview, hier als Text:


Mitten im Herzen Berlins am traditionsreichen Boulevard unter den Linden beginnt die Zukunft. Hier hat sich ein junges engagiertes Team niedergelassen. Hinter den cremefarbenen Gründerzeitmauern entwickelt es Strategien die das Gesundheitswesen von Grund auf verändern und auf eine nachhaltige Basis stellen. Die Idee des Firmengründers Robert Schrödel ist einfach überzeugend. Er bietet Krankenhäusern ein ausgefeiltes Gesamtkonzept das deutliche Einsparpotentiale verspricht. Wegweisend für die Zukunft in der Medizintechnik.

Carola Ferstl: Herzlich Willkommen meine Damen und Herren. Man kann es sich kaum vorstellen das was 1.500 Euro kostet nur einmal benutzt wird und dann weggeworfen wird. Im deutschen Klinikalltag ist das ganz normal zum Beispiel bei Herzkathetern. Nach dem Willen der Hersteller sollen die einmal verwendet werden und dann weggeworfen werden. Und das im Sparzwang im Gesundheitswesen. Bei mir ist heute ein Mann der das ändern möchte. Ich begrüße ganz herzlich Robert Schrödel den Vorstandsvorsitzenden der Berlex AG. Herzlich Willkommen.

Robert Schrödel: Guten Tag.

Carola Ferstl: Ja, was tun Sie gegen die Wegwerfmentalität im Gesundheitswesen?

Robert Schrödel: Wir versuchen die sogenannten Einweg- oder Single-Use Medizinprodukte, beispielsweise die Katheter die Sie gerade eben nannten mehrwegfähig zu machen indem wir sie von der Konstruktion, vom Design des Produktes verändern und dafür auch spezielle Verfahren für die Aufbereitbarkeit entwickeln. Und Aufbereitung heißt Reinigen, Desinfektieren, Funktionsüberprüfen und Sterilisieren vor allen Dingen.

Carola Ferstl: Wir sprechen ja jetzt über einen Katheter. Ich kann mir vorstellen das die meisten von uns eben wissen im Krankenhaus da werden Chirurgenmesser wieder aufbereitet, die werden sterilisiert das funktioniert alles bei Edelstahl. Aber wie ist es bei solchen Geräten wie einem Katheter; werden die wirklich wieder rein und steril?

Robert Schrödel: Die chirurgischen Messer von denen Sie sprachen die kann man sehr einfach reinigen oder auch Metallinstrumente für die Operation am offenen Körper, die sind leicht reinigbar und auch sterilisierbar und die werden in der Klinik mit Dampf sterilisiert bei 134 Grad. Jetzt habe ich Ihnen so einen Katheter mitgebracht so ein ganz feines Element mit Platinelektroden hier mit Kunststoffen am Handgriff und dergleichen. Man kann sich vorstellen was passiert wenn man diese Produkte sterilisieren würde bei 134 Grad. Da kommt nicht mehr viel raus oder wenn dann vielleicht ein Plastikklumpen. Und insofern braucht man für solche Produkte ganz andere Verfahren, sensiblere Verfahren, in der Reinigung, in der Funktionsüberprüfung und natürlich auch in der Sterilisation. Und das ganze gibt ein Paket was dann dazu geführt hat das Pioneer Medical der erste Hersteller weltweit ist der solche komplexen Produkte als Mehrwegfähig zugelassen hat.

Carola Ferstl: Das heißt also das Sterilisieren passiert nicht mehr im Krankenhaus.

Robert Schrödel: Das Sterilisieren passiert nicht im Krankenhaus, denn die Anlagen die man dafür braucht wären für jedes Krankenhaus viel zu teuer. Man kann Deutschland versorgen mit etwa zwei Aufbereitungseinheiten. Das reicht völlig aus.

Carola Ferstl: Und können Sie uns sagen, welches Sparpotential für so eine Klinik da ist, wenn Sie Ihr Konzept einsetzt?

Robert Schrödel: Ja, wir sparen etwa bis zu 50 Prozent pro Klinik und auch pro Produkt, je nachdem wie komplex und wie aufwändig es sich in der Aufbereitung sich wieder generiert. Aber 50 Prozent der Kosten werden eingespart. Wenn Sie sich vorstellen das für eine diagnostische Intervention am Herzen, also für eine Diagnostikuntersuchung am Herzen bis zu vier Katheter eingesetzt werden, dann sind da pro Patient leicht mal 2.000 und mehr Euros fällig. Und wenn man 2.000 Euro Materialkosten hat und man weiß dass der Fallerlös für das Krankenhaus vielleicht nur knapp über 4.000 Euro liegt dann kann man sich leicht ausrechen das dies vielleicht in Zukunft nicht mehr machbar sein wird.

Carola Ferstl: Aber ist denn garantiert das die wiederaufbereiteten Katheter tatsächlich die gleiche Qualität haben wie neue Katheter?

Robert Schrödel: Ja, das muss garantiert sein, sonst bekommt man dafür keine Zulassung. Da wir als Hersteller das Aufbereitungsverfahren mit zugelassen haben, also akkreditiert haben und von den sogenannten benannten Stellen oder Zulassungsstellen auch mit zugelassen bekommen haben mussten wir nachweisen das für jede Anwendung - auch nach der fünften Anwendung die Qualitätskriterien genauso sind wie bei der ersten Anwendung.

Carola Ferstl: Wie funktioniert das Ganze für die Klinik organisatorisch, also wie funktioniert die Bestellung, wie funktioniert die Abholung, wie funktioniert der Einsatz?

Robert Schrödel: Ja, wir werden jetzt einführen in einem Rundum-Sorglos-Paket: wir kümmern uns um die Logistik, um die Vor-Ort-Bevorratung. Wir werden in den Kliniken Schränke zur Verfügung stellen bei denen die Entnahmen und die Befüllungen automatisch registriert werden, nachprüfbar für Kunden und Klinken überprüft werden. Wir kümmern uns um die Abholung und um die Wieder-Zur-Verfügung-Stellung, das heißt die Klink hat keine organisatorischen Mehrlasten. Wir werden den kompletten Kreislauf sicherstellen.

Carola Ferstl: Ist es denn ein Kreislauf der klinikintern ist, das heißt die Klinken bekommen ihre Katheter wieder zurück oder ist es ein Rundkreis?

Robert Schrödel: Es ist ein Kreislauf bei dem die Klinken ihre Katheter zurück bekommen, denn wir wollen über ein Bonus-/Malus-System diejenigen Kliniken bevorzugen oder bevorteilen die besonders sorgfältig mit den Produkten umgehen und bei denen auch die Aufbereitungsrate hoch ist oder die Ausschussrate gering ist.

Carola Ferstl: Lassen Sie uns nochmal über die Zulassung dieses Konzeptes sprechen. Welche Behörde ist dafür zuständig?

Robert Schrödel: Zuständig hierfür sind die sogenannten benannten Stellen oder notified bodies. Das sind Organisationen wie der TÜV, die DEKRA oder die MedCert in Hamburg oder die BerlinCert in Berlin. Diese Zulassungsstellen wurden von der Regierung speziell akkreditiert, speziell dafür zugelassen dass sie Medizinprodukte in den Markt einführen dürfen. Und die Einführung in den Markt passiert über die Vergabe des CE-Zeichens. Hat man schon gesehen auf dem Staubsauger oder auf technischen Einrichtungen und so werden auch Medizinprodukte zugelassen indem man sich um dieses CE-Mark bewirbt.

Carola Ferstl: Und Sie haben dieses CE-Siegel bekommen?

Robert Schrödel: Das haben wir bekommen, jawohl, erstmalig bei solchen komplexen Medizinprodukten wie ich sie eben gezeigt habe für die integrierte Aufbereitbarkeit und eine bestimmte natürlich limitierte Lebensdauer.

Carola Ferstl: Das heißt, damit sind die Produkte in ganz Europa zugelassen?

Robert Schrödel: Damit sind die Produkte in ganz Europa zugelassen und auch die Aufbereitbarkeit ist in ganz Europa zugelassen.

Carola Ferstl: Und Sie planen auch mit Ihrem Unternehmen dann auch eine europaweite Vermarktung. Wie soll das Ganze finanziert werden?

Robert Schrödel: Ja, wir starten jetzt in den deutschsprachigen Ländern. Das können wir uns noch leisten aus Bordmitteln. Und für die europaweite Einführung wird das dann nicht mehr reichen. Insofern bereiten wir uns im nächsten Jahr auf ein IPO vor. Ich glaube es wird ein attraktiver Titel sein, mit dem wir vielleicht schon in 2011 an die Börse marschieren können.

Carola Ferstl: Das Konzept klingt ganz ähnlich wie das Konzept von Vanguard, Ihrer ehemaligen Firma. Wo ist der Unterschied.

Robert Schrödel: Ja der Unterschied liegt darin das ich 10 Jahre lang als ich bei Vanguard war sogenannte Single-Use-Produkte aufbereitet habe, also Produkte die vorwiegend amerikanische Hersteller ausgewiesen haben „nur zum einmaligen Gebrauch“. Und wir haben es in Deutschland geschafft die Regierung aber auch die Hygieneinstitute, wie das Robert Koch Institut davon zu überzeugen das wir Verfahren entwickelt hatten die eine Aufbereitbarkeit zulassen. Aber ich konnte mich nicht durchsetzen in England, in Frankreich, in Spanien und in ganz vielen anderen Ländern wo heute noch solch teure Produkte weggeworfen werden. Das hat mich so stark geärgert das ich vor etwa sechs Jahren das Konzept der Pioneer Medical Device AG entwickelt habe und die Aufbereitbarkeit in die Zulassung hineingegeben habe.

Carola Ferstl: Sie sind ja aber von Vanguard nicht im Frieden gegangen. Es gibt einen Konflikt. Wie ist da der Stand der Dinge?

Robert Schrödel: Man kann so viel sagen, dass derzeit alle gerichtlichen Auseinandersetzungen von mir gewonnen wurden, in der ersten Stufe, in der ersten Instanz und man sich jetzt ich glaube – hoffentlich auf beiden Seiten – besinnt den Konflikt harmonisch zu beenden.

Carola Ferstl: Zum Schluß die Frage. Mit Ihrem neuen Unternehmen beginnen Sie jetzt mit Herzkathetern. Soll es dabei bleiben oder wollen Sie Ihr Konzept der Wiederverwertbarkeit auch auf andere Produkte ausweiten?

Robert Schrödel: Ja, wir wollen alle Produkte in Angriff nehmen die teuer sind und für die minimal invasive chirurgische oder orthopädische arthroskopische Behandlung vorgesehen sind und wir werden in den nächsten 12 bis 18 Monaten eine Fülle neuer Produkte zulassen und einführen. Und dann sicherlich auch einige Nachahmer finden, aber so ist der Markt.

Carola Ferstl: Herr Schrödel, da drücken wir Ihnen die Daumen. Alles Gute. Vielen Dank für das Interview.

Robert Schrödel: Vielen Dank.